Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
Francis Picabia
Was ist Kreativität?
Kreativität ist die Fähigkeit, originelle, nützliche und überraschende Ideen, Lösungen oder Ausdrucksformen zu entwickeln, die Neues schaffen oder Bestehendes in unerwarteter Weise verbinden. Sie ist ein dynamischer Prozess, der Denken, Handeln und Umwelt miteinander verknüpft und sowohl individuell als auch kollektiv sein kann.
Kernmerkmale von Kreativität
Kreativität lässt sich nach Sternberg & Lubart und Rhodes’ 4 Ps durch vier zentrale Aspekte definieren:
- Neuheit (Originalität)
Die Idee, das Werk oder die Lösung weicht von Bekanntem ab und ist nicht offensichtlich.- Beispiel: Ein Künstler, der Abstraktion in die Malerei einführt oder ein Unternehmer, der ein neues Geschäftsmodell erfindet.
- Brauchbarkeit (Nützlichkeitswert)
Die kreative Leistung hat einen Zweck, Nutzen oder Bedeutung – sei es praktisch, ästhetisch, emotional oder gesellschaftlich.- Beispiele:
- Praktisch: Ein Ingenieur, der ein nachhaltiges Verpackungsmaterial entwickelt.
- Ästhetisch: Ein Gedicht, das Gefühle weckt.
- Sozial: Eine Mediationsmethode, die Konflikte löst.
- Beispiele:
- Überraschung (Unvorhersehbarkeit
Kreativität bricht mit Erwartungen und schafft „Aha!“-Momente.- Beispiel: Die Erfindung des Post-it® durch einen „Misserfolg“ (ein Klebstoff, der nicht hielt) oder Duchamps „Fountain“ (ein Urinal als Kunstwerk).
- Prozesshaftigkeit (Dynamik)
Kreativität ist kein Zufall, sondern ein aktiver, oft iterativer Prozess aus Vorbereitung, Inkubation, Illumination und Umsetzung.- Beispiel: Ein Songwriter, der Textzeilen verwirft, experimentiert und schließlich einen Hit komponiert.
Was Kreativität nicht ist
Echte Schöpfungskraft hat nichts mit Zufall oder Glück zu tun. Sie hat Struktur und Ziel und ist kein reines Chaos, auch wenn Ergebnisse nicht immer so sind wie gewünscht oder geplant. Auch die alte deutsche Vorstellung vom Genie ist so nicht richtig – Genialität ist keine Voraussetzung von Kreativität, und diese ist auch nicht nur in der Kunst vorhanden und nötig. Sie erfordert Arbeit, Wissen und oft Scheitern. Auch in Alltagslösungen kann sich Kreativität zeigen.
Wissenschaftliche Definitionen im Vergleich
Zum Thema Kreativität gibt es zahlreiche Definitionen und Konzepte. Die folgende Tabelle stellt einige davon und ihre jeweiligen Schwerpunkte vor.
| Autor/Theorie | Definition | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| J.P. Guilford (1950) | „Divergentes Denken: Fähigkeit, viele verschiedene Lösungen für ein Problem zu finden.“ | Kognitive Prozesse |
| Mihaly Csikszentmihalyi (1996) | „Kreativität entsteht im Zusammenspiel von Person, Domäne (Fachgebiet) und Feld (Gesellschaft).“ | Systemische Perspektive |
| Teresas Amabile (1983) | „Kreativität = Originalität + Nützlichkeitswert (bewertet durch Experten).“ | Praktische Relevanz |
| Rhodes (1961, 4 Ps) | „Kreativität als Person (Wer?), Prozess (Wie?), Press (Umwelt) und Produkt (Was?).“ | Multidimensionale Sicht |
| Sternberg & Lubart (1999) | „Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu produzieren, das sowohl neu als auch angemessen ist.“ | Balance aus Innovation und Passung |
Diese ausgewählten Konzepte umfassen in ihren Schwerpunkten alle wichtigen Aspekte der Kreativität und ihrer Anwendungen.

Die zwei grundlegenden Arten von Kreativität
Grundsätzlich kann man sagen, dass zwischen zwei zentralen Arten von Kreativität unterschieden werden kann: problemlösende und schöpferische. Beide sind wichtig: Problemlösende Kreativität treibt Fortschritt voran (Medizin, Technik, Wirtschaft), schöpferische Kreativität bereichert die Kultur und erweitert unser Denken (Kunst, Philosophie, Musik). Idealerweise sind beide Qualitäten zu kombinieren – z. B. in Design Thinking, wo ästhetische und funktionale Aspekte verschmelzen.
Die wesentlichen Unterschiede problemelösender und schöpferischer Kreativität in der Übersicht
| Aspekt | Problemlösende Kreativität | Schöpferische Kreativität |
|---|---|---|
| Auslöser | Konkrete Herausforderung | Innere Motivation, Neugier, Ausdruck |
| Prozess | Strukturiert, zielgerichtet | Offener, spielerisch |
| Ergebnis | Praktische Lösung | Kunstwerk, Idee, Konzept |
| Bewertungskriterien | Effektivität, Machbarkeit | Originalität, Ästhetik, Emotion |
| Beispiel | Ein Algorithmus zur Datenoptimierung | Ein Gedicht über die Einsamkeit |
Problemlösende Kreativität
Der Fokus liegt auf Funktionalität: Es geht darum, eine praktische Lösung für ein definiertes Problem zu finden (z. B. ein technisches Defizit, eine organisatorische Hürde). Der Ansatz ist ein strukturierter Prozess:
- Analyse: Problem verstehen (z. B. „Warum sinkt die Kundenbindung?“).
- Ideengenerierung: Mögliche Lösungen brainstormen (z. B. Treueprogramm, bessere UX).
- Bewertung: Lösungen nach Machbarkeit und Effektivität filtern.
- Implementierung: Beste Lösung umsetzen.
Schöpferische Kreativität
Das Ziel ist es, etwas Neues, Originelles oder Ausdrucksstarkes erschaffen. Der Fokus liegt auf Innovation und Ästhetik: Es geht um Ausdruck, Schönheit oder unkonventionelle Ideen, nicht um die Lösung eines konkreten Problems. Es handelt sich um einen offenen, explorativen Prozess:
- Inspiration: Emotionen, Natur, Kultur oder zufällige Assoziationen nutzen.
- Experimente: Spielen mit Formen, Farben, Klängen oder Konzepten (z. B. ein Maler, der mit neuen Techniken arbeitet).
- Subjektive Bewertung: „Gelingt“ das Werk? Spricht es Menschen an? (Kein „richtig/falsch“, sondern Geschmack oder Wirkung.)
Beispiele für schöpferische Kreativität sind:
- Ein Komponist, der eine Symphonie schreibt.
- Ein Autor, der eine Fantasy-Welt erfindet.
- Ein Modedesigner, der eine Kollektion ohne Auftrag entwirft.
Wenn beide Formen verschmelzen
Manchmal fließen beide Qualitäten ineinander. Die Verbindung von funktioneller und künstlerischer Kreativität kann viele Formen annehmen und alle Lebensbereiche betreffen, beispielsweise:
- Ein Produktdesigner ein funktionales Möbelstück entwirft, das zugleich ein Kunstwerk ist (z. B. Charles & Ray Eames’ Stühle).
- Ein Wissenschaftler eine Theorie entwickelt, die nicht nur ein Problem löst, sondern auch die Perspektive auf die Welt verändert (z. B. Darwins Evolutionstheorie).
- Ein Game-Designer ein Spiel schafft, das unterhält (schöpferisch) und gleichzeitig komplexe Rätsel löst (problemlösend).
Doch auch hier gibt es Einschränkungen: Ein künstlerisch gestaltetes Möbelstück wie ein Stuhl muss tatsächlich auch seine Funktion erfüllen können – wenn der Stuhl so unbequem ist, dass er im Grunde nicht als solcher genutzt werden kann, ist er ein reines Kunstwerk.
Welche Ausprägungen und Anwedungsgebiete von Kreativität gibt es?
Kreativität ist ein vielschichtiges Konzept und kann in verschiedenen Formen auftreten. Die Tabelle zeigt einige der wichtigsten Arten, die in Psychologie, Kunst, Wissenschaft und Alltag unterschieden werden.
| Ausprägung | Merkmale | Ziele | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Künstlerisch | Ausdruck von Emotionen, Ideen oder Ästhetik durch künstlerische Medien | Schönheit, Ausdruck oder Provokation | Malerei, Musik, Literatur, Tanz, Film |
| Wissenschaftlich | Logik, Innovation und systematisches Denken | Neue Erkenntnisse oder Lösungen für komplexe Fragen | Theorien entwickeln, Experimente entwerfen, Probleme lösen |
| Technisch | Praktische Anwendung von Wissen, um funktionelle Lösungen zu schaffen | Effizienz, Nutzen oder Fortschritt | Erfindungen, Softwareentwicklung, Architektur |
| Alltag | Anpassungsfähigkeit und Ressourcen nutzen, um kleine Probleme zu lösen | Praktische Verbesserungen im täglichen Leben | Kochen, Heimwerken, Organisation, Improvisation im Beruf |
| Sozial | Zusammenarbeit und Empathie, um soziale Dynamiken zu gestalten | Harmonie, Innovation in Gruppen oder gesellschaftlicher Wandel | Teamarbeit, Konfliktlösung, Community-Projekte, Pädagogik |
| Kognitiv | Abstraktes Denken, Assoziationen und Mustererkennung | Intellektuelle Herausforderungen meistern | Rätsel lösen, Strategien entwickeln, neue Perspektiven einnehmen |
| Spielerisch | Experimentierfreude und Regelbrechung im sicheren Rahmen | Spaß, Unterhaltung oder Lernen durch Spiel | Spiele erfinden, Rollenspiele, Improvisationstheater |
| Körperlich | Körperliche Ausdrucksfähigkeit und Bewegung | Gesundheit, Ästhetik oder Leistung | Sport, Tanz, Yoga, Mode-Design |
Etwas Neues zu erschaffen, erfordert oft eine Kombination dieser oben genannten Arten und entsteht durch:
- Divergentes Denken (viele Lösungen für ein Problem finden).
- Konvergentes Denken (die beste Lösung auswählen).
- Inspiration (aus Natur, Kultur, Erfahrungen).
- Übung und Experimentierfreude.

Konvergentes und divergentes Denken
Konvergentes und divergentes Denken sind zwei grundlegende Denkstile, die unser Problemlösen und unsere Kreativität prägen. Sie unterscheiden sich in Ziel, Prozess und Ergebnis.
Divergentes Denken
Beim divergenten Denken geht es darum, mögliche Lösungen oder Ideen für ein Problem generieren.
Merkmale:
- „Denken in alle Richtungen“ (lat. divergere = auseinandergehen).
- Offen, assoziativ, spielerisch – es gibt kein „richtig“ oder „falsch“.
- Fokus auf Quantität und Vielfalt (je mehr Ideen, desto besser).
Methoden des divergenten Denkens sind z. B.:
- Brainstorming: Sammeln aller Einfälle, auch der absurdesten.
- Assoziationen bilden: Verknüpfung scheinbar unzusammenhängender Konzepte.
- Perspektivwechsel: „Wie würde ein Kind/Einstein/ein Außerirdischer das Problem sehen?“
- Fragen stellen: „Was wäre, wenn…?“, „Warum nicht…?“
- Mindmapping
- Laterales Denken (Edward de Bono)
- „Worst Possible Idea“-Übung (absichtlich schlechte Ideen sammeln, um Blockaden zu lösen
Beispiele:
- „Wofür kann man eine Zeitungsseite noch verwenden?“ → 50 Ideen: Tischdecke, Geschenkpapier, Dämmmaterial, Kunstprojekt, Insektenfalle…
- Ein Künstler, der 10 Skizzen für ein Gemälde anfertigt, bevor er sich entscheidet.
- Ein Start-up, das verschiedene Geschäftsmodelle durchspielt.
Wann es gebraucht wird:
- In kreativen Prozessen (Design, Kunst, Innovation).
- Bei offenen Problemen (z. B. „Wie können wir die Kundenbindung verbessern?“).
- Zur Überwindung von Denkblockaden.
Konvergentes Denken
Beim konvergenten denken wird die beste oder einzig richtige Lösung für ein Problem gesucht.
Merkmale:
- „Denken auf einen Punkt hin“ (lat. convergere = zusammenlaufen).
- Logisch, analytisch, zielgerichtet – es gibt oft eine „korrekte“ Antwort.
- Fokus auf Effizienz und Genauigkeit.
Methoden des konvergenten Denkens:
- Geradlinig von Analyse bis Umsetzung planen und handeln
- Algorithmen
- Entscheidungsbäume
- SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken)
- „Pro & Contra“-Listen
Beispiele:
- Ein Mathematikproblem lösen (z. B. „Was ist 17 × 23?“ → nur eine richtige Antwort).
- Ein Ingenieur, der die stabilste Brücke für ein bestimmtes Budget entwirft.
- Ein Arzt, der die passende Diagnose aus Symptomen ableitet.
Wann es gebraucht wird:
- Bei klar definierten Problemen (z. B. „Welche Software erfüllt diese Anforderungen?“).
- In wissenschaftlichen oder technischen Kontexten (z. B. Experimentauswertung).
- Bei Zeitdruck oder Ressourcenknappheit (z. B. Krisenmanagement).
Wesentliche Unterschiede im Überblick
| Kriterium | Divergentes Denken | Konvergentes Denken |
|---|---|---|
| Ziel | Viele Ideen generieren | Die beste Lösung finden |
| Frage-Typ | „Was wäre, wenn…?“ | „Was ist die richtige Antwort?“ |
| Prozess | Offen, assoziativ, spielerisch | Strukturiert, analytisch, selektiv |
| Bewertung | Keine Bewertung in der Idephase | Kritische Auswahl nach Kriterien |
| Ergebnis | Vielfalt, Originalität | Effizienz, Genauigkeit |
| Beispiel | Brainstorming für ein Logo-Design | Auswahl des besten Logos aus 10 Entwürfen |
| Gehirnaktivität | Default Mode Network (Tagträumen) | Präfrontaler Cortex (logisches Denken) |
Kreativität entsteht oft durch die Kombination beider Stile: Viele Ideen sammeln (divergentes Denken, die besten Ideen auswählen und umsetzen (konvergentes Denken).

Kreativitätskiller und wie man sie vermeidet
Kreativität ist ein empfindlicher Prozess, der durch äußere und innere Faktoren gehemmt werden kann. Diese Blockaden wirken sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext – oft unbewusst. Die häufigsten Kreativitätskiller sind:
- Psychologische und emotionale Blockaden
Hemmnisse, die im Kopf entstehen - Soziale und organisatorische Blockaden
Äußere Hemmnisse durch Umgebung oder Strukturen - Physische und umgebungsbezogene Blockaden
Räumliche oder körperliche Hindernisse - Kulturelle und gesellschaftliche Blockaden
Normen und Erwartungen, die Kreativität einschränken - Persönliche Gewohnheiten und Denkfallen
Individuelle Muster, die Kreativität sabotieren
Psychologische und emotionale Blockaden
- Perfektionismus: Die Angst vor Fehlern lähmt den Ideenfluss. Dadurch kommt es zu Prastination oder es wird erst gar nicht damit angefangen.
- Angst vor Bewertung: Wer immer überlegt, was andere über ihre/seine Ideee denken, beetreibt Selbstzensur. Dadurch werden nur „sichere“, langweilige Lösungen werden vorgeschlagen.
- Beispiel: Teresa Amabile (Harvard) zeigte, dass externe Bewertung (z. B. durch Vorgesetzte) Kreativität um bis zu 40 % reduzieren kann.
- Fixed Mindset (starres Denken): Viele sind davon überzeugt, dass sie nicht kreativ seinen und dies auch nicht ändern können. Das Gegenteil davon ist ein „Growth Mindset“ (Wachstumsmindset): „Kreativität lässt sich trainieren“
- Beispiel: Jemand mit einem fixed Mindset macht keine Experimente, weil Misserfolge als Beweis für die eigene Unfähigkeit gesehen werden.
- Überidentifikation mit dem Problem: Viele Betroffene verlieren die Distanz, weil sie denken, dass sie selbst das Problem sind.
- Beispiel: Ein Gründer, der sein Start-up nicht mehr objektiv sehen kann und Fehler nur bei sich sucht statt z. B. bei der Marktsituation.
- Kognitive Überlastung: Multitasking oder Stress blockieren das Default Mode Network (Gehirnareal für Tagträumen und Assoziationen). Somit bleibt kein Raum für gedankliche Freiheit und Aha-Momente.
- Beispiel: Ein Schriftsteller, der den ersten Satz stundenlang umformuliert und nie das Buch beendet.
Soziale und organisatorische Blockaden
- Hierarchische Strukturen: Hierarchische Strukturen sind eines der größten Kreativitätshemmer in der Berufswelt. Mitarbeiter trauen sich keine Ideen einzubringen, alles bleibt beim Alten.
- Beispiel: Google’s „Project Aristotle“ zeigte, dass psychologische Sicherheit und Fehlerkultur die wichtigsten Faktoren für kreative Teams ist.
- Zeitdruck und Mikromanagement: Großer Zeitdruck und die Überwachung und Steuerung der kleinsten Arbeitsschritte erstickt kreative Ideen im Keim.
- Beispiel: Wer unter Druck setzt und hetzt, erhhält nur oberflächliche, klischeehafte Lösungen und keine neuen Gedanken.
- Fehlende Ressourcen: Auch geringes Budget, fehlende Werkzeuge und Zeitmangel hemmen Kreativität. Es gibt keine Ressourcen für Experimente und Gedankenspiele.
- Beispiel: Ein Designer, der mit veralteter Software arbeiten muss.
- Kritik ohne konstruktive Komponente: Ablehnung ohne Begründung und Verbesserungsvorschläge führen zu Frustration und Rückzug.
- Beispiel: Ein Mitarbeiter, dessen Ideen immer „grundlos“ abgelehnt werden, reagiert mit Frustration und Rückzug.
- Gruppendenken („Groupthink“): In Teams werden abweichende Meinungen unterdrückt, um Harmonie zu wahren.
- Beispiel: Meetings, in denen alle zustimmen und niemand kritische Fragen stellt.
Physische und umgebungsbezogene Blockaden
- Uninspirierende und „feindliche“ Räume: Graue Büros, flackerndes Licht, Lärm führen dazu, dass das Gehirn auf Überlebensmodus schaltet und keinen Kapazität für Kreativität hat.
- Beispiel für eine Lösung: Natürliches Licht, Pflanzen, flexible Arbeitsplätze (z. B. Stehtische, Lounge-Ecken) oder ein Ortswechsel fachen kreative Prozesse an.
- Starre Routinen
- „Wir haben das schon immer so gemacht!“ Diese Haltung, an veralteten Prozessen festzuhalten, bietet keinen Raum für neue Ansätze und keinen Raum für Kreativität.
- Digitale Ablenkung
- Ständige E-Mails, Social Media und lange Meetings unterbrechen den Flow-Zustand. Die Folge sind oberflächliches Denken und geistige Erschöpfung durch die ständige Ablenkung.
- Körperliche Erschöpfung
- Schlafmangel, schlechte oder nicht ausreichende Ernährung und Bewegungsmangel sorgen dafür, dass die Gehirnleistungen sinken und somit auch der kreative Output.
Kulturelle und gesellschaftliche Blockaden
- Konformitätsdruck
Anpassung wird of mehr gefördert und gefordert statt Originalität. Menschen mit originellen Ideen werden u. U. ausgelacht und ihre Leistungen kleingemacht.
- Fehlende Fehlerkultur
- Wenn Fehler als schlecht angesehen werden, wagt niemand mehr Experimente und Konformität gewinnt.
- Überbetonung von Effizienz
- „Wenn immer „schnell und billig“ gefordert wird, bleibt kein Raum für innovative, aber ggf. aufwendige Lösungen.
- Kognitive Verzerrungen
- Bestätigungsfehler („Ich suche nur Infos, die meine Meinung stützen.“) und eine Fixierung auf eine bestimmte Funktion („Handys sind zum Telefonieren da.“) blockieren neue Ansätze.
Persönliche Gewohnheiten und Denkfallen
- Zu frühes Urteilen
- Abzuwiegeln und eine Idee für unmöglich zu erklären, bevor sie ausformuliert ist, produziert Stillstand. Selbst beim Brainstormen wird oft schon zensiert, obwohl diese Technik zum Freidenken gedacht ist.
- Überanalyse
- Wer vorab alles zu 100 % über eine Sache wissen muss, zögert die Umsetzung herauf und wird außerdem durch zu viele Informationen gelähmt.
- Vermeidung von Ambivalenz
- Wer Ungewissheit nicht toleriert, kann nicht kreativ sein. In kreativen Prozessen sind Wege zum Ziel und teils auch Ergebnisse unsicher.
Checkliste: Wie man kreative Blockaden überwindet
Wie wir gesehen haben, ist die Liste möglicher kreativer Blockaden sehr lang. Doch wie kann man sie überwinden? Die folgende praktische Checkliste hilft dabei.
Kreative Blockaden im privaten Kontext überwinden
✅ Freiraum schaffen:
- „Kreativitäts-Rituale“ (z. B. 30 Minuten täglich freies Schreiben/Malen).
- Umgebung ändern: Café, Park, Reise – neue Reize aktivieren das Gehirn.
✅ Innere Kritiker stummschalten:
- Übung: Schreiben Sie alle selbstkritischen Gedanken auf – und zerknüllen Sie das Papier symbolisch.
- Mantra: „Done is better than perfect.“
✅ Spiel & Neugier kultivieren:
- „Was-wäre-wenn“-Fragen stellen (z. B. „Was, wenn Geld keine Rolle spielen würde?“).
- Kinder als Vorbild: Sie stellen ~100 Fragen/Tag – Erwachsene nur ~5.
Kreative Blockaden im beruflichen Kontext überwinden
✅ Psychologische Sicherheit herstellen:
- Regel: „Keine Idee ist dumm – erst sammeln, dann bewerten.“
- Methode: „Brainwriting“ (Ideen anonym aufschreiben, um Gruppendruck zu vermeiden).
✅ Strukturen für Kreativität schaffen:
- Zeit blocken: Z. B. „20%-Zeit“ für eigene Projekte.
- Diverse Teams: Unterschiedliche Perspektiven (Alter, Kultur, Fachgebiete) fördern Innovation.
✅ Fehlerkultur etablieren:
- Slogan: „Schnell scheitern, viel lernen.“
- Beispiel: Bei IDEO (Design-Thinking-Pioniere) gibt es „Failed Project Parties“.
✅ Physische Umgebung optimieren:
- Flexible Räume: Whiteboards, Post-its, Prototyping-Werkzeuge.
- Naturkontakt: Studien zeigen, dass Spaziergänge in der Natur die Kreativität um ~50 % steigern.
FAQ
Was ist Kreativität?
Kreativität ist die Fähigkeit, originelle und nützliche Ideen, Lösungen oder Ausdrucksformen zu entwickeln. Sie verbindet Neuheit mit praktischem oder ästhetischem Wert – ob in Kunst, Wissenschaft oder Alltag.
Ist Kreativität angeboren oder erlernbar?
Kreativität ist beides: Einige Menschen haben eine natürliche Veranlagung, aber sie lässt sich durch Übung, Methoden (z. B. Brainstorming) und Umgebungen fördern, die Experimente erlauben.
Braucht man Intelligenz, um kreativ zu sein?
Nein. Ab einem IQ von ~120 spielt Intelligenz kaum noch eine Rolle. Wichtiger sind Offenheit, Neugier und Mut zum Scheitern. In manchen Bereichen (z. B. Physik) ist Fachwissen jedoch nötig.
Was sind die 4 Ps der Kreativität nach Rhodes?
Die 4 Ps stehen für:
– Person (individuelle Fähigkeiten),
– Process (kreativer Ablauf),
– Press (Umwelt/Druck),
– Product (Ergebnis).
Sie zeigen, dass Kreativität multidimensional ist.Wie unterscheiden sich divergentes und konvergentes Denken?
– Divergentes Denken: Viele Ideen generieren (z. B. Brainstorming).
– Konvergentes Denken: Die beste Lösung auswählen (z. B. Entscheidungsfindung). Kreativität braucht beides – erst Ideen sammeln, dann filtern.Was hemmt Kreativität?
Häufige Blockaden sind:
– Perfektionismus
– Angst vor Bewertung
– Starre Routinen
– Zeitdruck
– Falsche Umgebungen
– Kontrolle
– Zu viele VorgabenKann man Kreativität messen?
Ja, mit Tests wie dem Torrance-Test (TTCT) für divergentes Denken oder konsensbasierten Bewertungen (z. B. durch Experten). Allerdings ist Kreativität subjektiv – was für den einen innovativ ist, wirkt auf andere banal.
Was ist soziale Kreativität?
Soziale Kreativität entsteht im Miteinander und zielt auf Lösungen für Gruppen oder Gesellschaften ab – z. B. neue Formen der Zusammenarbeit, Konfliktlösung oder Gemeinschaftsprojekte wie Urban Gardening.
Warum ist Kreativität im Beruf wichtig?
Kreative Teams sind anpassungsfähiger, entwickeln innovative Produkte und lösen komplexe Probleme effizienter. Unternehmen mit kreativer Kultur sind meist wettbewerbsfähiger.
Wie fördert man Kreativität im Alltag?
– Routinen durchbrechen (neue Wege gehen),
– Inspiration suchen (Kunst, Natur, Gespräche),
– Experimente wagen (ohne Angst vor Fehlern),
– Inkubationszeiten nutzen (Pausen für „Aha!“-Momente).
Kreativität braucht Freiheit und Übung.
