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Der erlösende Schmerz Niemandskind, 16 w
Ich erzähle vorab erst mal von mir selbst, von meinem 'Umfeld' und meinem Leben. Ich war immer ein fröhliches, lachendes Kind, habe sehr viel Unfug gemacht. Meistens sogar so sehr, dass ich von meinem Vater Prügel bekam. Das war von Anfang an so und noch heute sagt er über 'aufmüpfige' Kinder: "Denen gehört mal der Gürtel übers Kreutz gezogen." Teilweiße habe ich dann in der Grundschule wie er gehandelt, was mir hinterher immer wahnsinnig leid tat. Ich lies meine Wut und meine Enttäuschung immer an meinen Klassenkameraden aus. Bald war ich der absolute Niemand in der Klasse und habe aus Schuldgefühlen herraus diese Position so akzeptiert. Ich wurde immer verschlossener und sensibler. Seit der 3. Klasse war ich dann ein Schlüsselkind, denn meine Eltern arbeiteten von morgends bis Abends. Ich war ergo den ganzen Tag allein zu Hause, mein Bruder mobbte mich mindestens genauso wie die Mitschüler. Ich erzählte schon von Anfang an selten etwas zu Hause, was meine Probleme waren usw. Ich hatte wohl seither nicht das nötige Vertrauen. In der 4. Klasse kam ein neuer Schüler dazu. Ich bezeichne ihn als 'Der Feind', warum, weiß ich nicht genau. Seit jeher ist er nur noch Der Feind. Er verbündete sich mit P. und sie wurden sehr gute Freunde, was sie (leider) bis heute noch sind. Die ganze Klasse mochte ihn. Oder sie hatte Angst vor seinem Handeln. Er begann fast sofort mich zu pisaken und ging sogar so weit, mir auf dem Heimweg aufzulauern und mich zusammen mit P. zu verdreschen. P. hielt mich fest und Der Feind schlug zu. Auch die Schüler der höheren Klassen begannen nun mich zu mobben und zeigten mir deutlich ihre Abneigung mir gegenüber. Einmal z. B. lauerten Der Feind und P. mir hinter der Garage auf, ich merkte es und wollte flüchten. P. packte mich am Schulranzen und Der Feind schlug wie immer zu. Es gelang mir, mich aus den Trägern des Schulranzens zu schlängeln und ich rannte fort, in Richtung Schule zurück um dort Hilfe zu suchen. Meine Nase blutete und ich hatte Schürfwunden. Da kam mir ein älterer Schüler entgegen und fragte, was los sei. Ich vertraute ihm und sagte es ihm, weil ich hoffte, er würde mich beschützen. Doch er lachte mich aus, spuckte mir ins Gesicht und ging. Seitdem habe ich kein Vertrauen mehr in Fremde. Ich brauche sehr lange, um neue Kontakte zu knüpfen. Mit dem Ritzen begann ich, nachdem ich im Winter von meiner ganzen Klasse gemobbt wurde, sie stießen mich eisglatte Treppen runter oder warfen mit Eisbrocken. Das war in der 7. Klasse, mit also mit 13 Jahren. Ich schürfte anfangs nur oberflächlich auf der Haut herum, bis Der Feind dann mal bei mir aufkreutzte. Er fragte, ob ich mit nach draußen ginge um mit mir zu reden. Er entschuldigte sich. Ich verzeihe viel zu schnell... Ich ging mit und unterhielt mich echt nett mit ihm. Es war eine Falle. |
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