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Es ist raus
Jennifer, 16 Jahre
hab mit meiner familie geredet... ich weiß ja auch nicht, aber, ich habe
ihnen alles erzählt...
ich weiß auch nicht warum, habe ich ihnen das mit svv gesagt; ihnen die
naben gezeigt und so was... naja, mein dad hat erstmal gar nichts drauf
gesagt, und meine mum erstmal geweint... ich fand das so, komisch, diese
frau, die normal nie gefühle zeigt, so zerstört und klein dasitzen zu sehn
wie heute abend. ich wollte irgendwie mit ihr weinen, aber da war nichts,
kein gefühl womit ich irgendwas hätte ausdrücken können. ich konnte nicht
weinen so sehr ich auch wollte, meine augen waren trocken, und ich hab sie
einfach nur angestarrt.
hmm... als erstes hat sie sich vollkommen die schuld gegeben, irgendwas
wegen dem verhältnis zwischen ihr und mir. aber, ich hab die ganze zeit
versucht ihr das auszureden, naja, dann hat sie eben gefragt seit wann es
schon geht... hm, ich hab ihr die wahrheit gesagt, seit zwei jahren. dann
hatte sie noch viel mehr schuldgefühle, weil sie die beiden jahre gar nichts
davon mitbekommen hatte... naja, mein bruder war ja auch noch dabei, und er
weiß es seit ca. drei monaten... hm, naja... tausend mal hat sie gefragt
warum, und geweint, ich hab mich so schlecht gefühlt, ich will nicht das sie
sich irgendwelche vorwürfe macht, auch wenn es ihre schuld ist, sie war es
schließlich nicht, die meine arme und beine irgendwie aufgeschnitten hatte,
das war immer noch ich selbst.
hm... mein dad hat dann irgendwas von psychologen gesagt, was ich aber ganz
sicher nicht will, wuotu mich auch keiner zwingen kann... hm, meine mum is
ja dafür das ich mit ihr rede und so, aber diese gedanken die ich dabei hab,
die kann ich nicht einfach in wiorte fassen und ihr sagen. naja, ich sollte
wirklich aufhörn.
dann am schluss, sind mein bruder und mein dad ins bett gegangen und ich war
dann noch allein mit meiner mum, und immer wieder hat sie gesagt ich sollte
doch mit ihr reden, und hat geweint, und ich kam mir immer und immer
schlechter vor, weil ich einfach nur darstand mit diesem beruhigenden blick,
und sowas, ich hätte gern geweint, aber irgendwas hindert mich schon seit
drei monaten daran zu weinen... ich hab keine ahnung was das ist, ich weiß
nur das ich all den schmerz immer nur in mich hineinfresse...
irgendwie komm ich mir vor wie in irgendnem schlechten film, eine wunderbare
familie, die ich plötzlich zerstört habe, ich hätte es auch noch weitere
zwei jahre verheimlichen könne, jeden tag das selbe spiel vorspielen können,
aber es musste irgendwie raus... hm, naja... irgendwie hab ich jetzt das
gefühl, das sie mich anders behandeln, als wäre ich richtig gestört oder
so... naja, ka... ich weiß ja auch nicht... irgendwie ist das alles wie ein
traum, ich weiß nicht wie ich auf die idee kam, all das zu erzählen... jetzt
wünsche ich mir irgendwe, das ich es nie gesagt hätte, das ich morgen früh
aufwache und das alles nur ein ganz seltsamer traum war, aber es ist einfach
kein traum, und so oft ich versuche aufzuwachen, ich schaffe es nicht. ich
hätte es nicht erzählen sollen, dann hätte ich nicht all das zerstört, zwei
jahre trag ich dieses geheimnis bereits mit mir, und nun... meine mum weint
die ganze zeit, und mein s-dad sagt gar nichts dazu, ich weiß auch niht was
er denkt, ob es einfach nur ein schock für ihn ist, oder ob er denkt ich wär
irgendwie psychisch krank oder so, naja... ich hab keine ahnung...
ich geh jetzt glaub ich schlafen, irgendwie muss ich das alles jetzt ganz
schnell verarbeiten, das ich morgen wieder die tochter bin, die spaß an
ihrem leben hat, und nicht ich selbst, ich, welche keine perspektive oder
sonst was hat...
23.04.2005
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