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Der Kampf mit dem Tod
Julia, 14 Jahre
Eigentlich führte ich ein wunderbares Leben. Ein richtig schönes Familienleben, ich war schon im Kindergarten total beliebt.
Irgendwann wurde ich 5 Jahre alt und ab da begann eigentlich der ganze Horror. Kurz nach meinem Geburtstag verließ uns
mein Vater, den ich über alles liebte. Warum?Warum nur..? Das war das einzigste, woran ich dachte.Auf einmal war ich das
einsamste Mädchen der Welt. Das aufgesetzte Lächeln schon im Kindesalter perfekt erlernt und das Tränenunterdrücken waren
nach einem Jahr nicht mehr schwer.Meine Mutter war ein Nichts. Sie verlierte jeglichen Kontakt zu anderen Menschen, oder
sollte ich besser sagen zu sich selber? Nunja, so musste ich mich um mich selber kümmern. Ich durfte mir selber Essen
machen, bevor ich überhaupt in der Schule war.Von meiner Einschulung ganz zu schweigen.Zum Ende saß ich allein gelassen
mit einer kleinen Zuckertüte mit ein paar Schockoriegeln auf meinem Bett und schwieg vor mich hin.
Die Schulzeit war nicht schwer für mich, durch Beliebtheit hatte ich wenigstens ein paar Glücksgefühle, trotzdem fühlte
ich mich allein gelassen. Meine Noten waren perfekt, aber zu meinem Zeugnis nickte meine Mutter nur müde. Jeden Abend lag
ich weinend im Bett.
Die Jahre gingen vorüber und es verging kein Tag an dem keine Tränen flossen.Mit 9 lernte meine Mutter einen neuen Mann
kennen, worüber ich mich natürlich sehr freute,jedoch versuchte er meinen richtigen Vater zu ersetzen.Ich hasste ihn,
ich beleidigte ihn und er schlug mich. Meine Mutter stand neben ihm und er schlug mich, immer und immer wieder.
Später waren es nicht nur Beleidigungen wofür er mich schlug, nein. Wahrscheinlich hat er Gefallen daran gefunden mir
die Fresse einzuschlagen. Es kam irgendwann sogar dazu, dass er mir eine Rohrstange über den Kopf zog, weil ich vergessen
hatte den Müll runter zu bringen. Öfters schlug er mich Krankenhausreif und gaugelte den Krankenschwestern vor, ich sei
die Treppe runtergefallen. Nebenbei hat er sie gefickt, in den selben Raum wo ich gelähmt lag und stumm vor mich hin
weinte.
Sollte ich es meiner Mutter sagen? Was würde dann mit passieren?Würde er mich schlagen, so doll das ich im sterben liege?
In der Grundschule machte ich mich unbeliebter. Ich trug eine Sonnenbrille,sogar im Winter, damit man meine blauen Augen
nicht sieht, ich trug im Sommer lange Hosen und Pullover,damit man Schrammen und blaue Flecke nicht sieht. Reizte ich
meinen Stiefvater?Während er mich schlug, lächelte ich ihn dreckig an. Hab ich ihn provoziert, ist es meine Schuld?
Mit 12 kam es endlich dazu, er bekam was er wollte. Sex! Er vergewaltigte mich brutal auf dem Ehebett von meiner Mutter
und ihm. Mein erstes mal, mit einem Bastard?
Ich fing an mir die Arme aufzuschlitzen, bis mein ganzer Arm voller Blut war. Es war ein schönes Gefühl, mir war warm...
Es tat ein wenig weh, aber es tat so gut.
Natürlich merkte das mein Stiefvater und schlug mir daraufhin gleich nochmal meine Haut wund und blau. Ich vereinsamte,
in der Schule, in meiner Familie. Ich hatte nichts. Jeden abend hab ich zu gott gebeten und ihn gefragt warum das sein
muss. Ich hab aus Sehnsucht mit meinen Kuscheltieren gekuschelt und geredet,weil ich niemanden hatte. Ich zeigte meine
Mutter und meinen Vater an, meine Mutter hatte mich nämlich auch geschlagen, vielleicht fand sie ja auch gefallen daran?
Nur durch eine sehr gute Freundin fand ich den Mut, die beiden anzuzeigen...Endlich befreit...Doch das ritzen ging
weiter und ich kam in eine Psychatrie.
Ab und zu ritze ich mich noch, aber es hält sich in grenzen...
Ich bin immer noch einsam, habe zwar ein paar Freunde, aber meine Einsamkeit breitet sich aus.
Meine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe...
Meine Springerstiefel sehen sich nach Zärtlichkeit...
29.01.2005
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