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Mein Albtraum
Maximilia, 25 w
Ich zünde mir diese eine Zigarette an
– Pall
Mall – aus der frisch geöffneten Schachtel. Am
liebsten würde ich schreien,
weglaufen, aufwachen und merken, dass alles nur ein Albtraum war, aber
das ist
nicht so. Ich sitze hier an meinem PC und merke, dass ich mich bereits
mitten
diesem Albtraum befinde… Ich trennte mich Mitte Mai 2008 von meinem
Ex-Freund, den Tag weiß ich noch, es war der Geburtstag
meines Vaters, der
14.Mai. Ich schwor mir, mich nie wieder so verletzen zu lassen, mich zu
schützen und erst mal keinen an mich ran zulassen. Ich genoss es, mit meiner Freundin – Caro
–
wegzugehen, neue Menschen kennen zu lernen, Spaß zu haben. Im
August, es war
der 15., fast genau 3 Monate später, hatte ich das
Bedürfnis in den Holzwurm –
da war ich, bevor ich Dave kennenlernte täglich. Ich wollte,
nein, ich habe
gehofft, Menschen zu treffen die mir einmal so vertraut waren. Ich
überredete
Caro und wir gingen hin. Als wir rein kamen saß Tobi
– er war derjenige, der
damals mein Herz brach ohne es zu wissen - direkt links neben
der Tür an
einem Tisch mit Kumpels. Ich begrüßte ihn, aber er
hatte mich nicht gleich
erkannt, die Zeit ging an mir auch nicht spurlos vorüber. Ich
hatte mich
ziemlich verändert. Ich meinte zu ihm:
„Überleg, wenn du weißt, wer ich bin,
ich bin hinten am Tisch“. Der Laden war an diesem Abend so
voll, Wahnsinn. Ich
traf Heidi, ihre Schwester und ein paar andere von früher.
Stefan erkannte mich
sofort, umarmte mich und wir redeten erstmal über alles was so
in den
vergangenen fünf Jahren passierte. Dann kam Tobi –
er wusste nun wer ich war.
Auch wir quatschten, er war ziemlich angetrunken… Caro fand es nicht besonders, die Luft, die
vielen Menschen und ich hatte kaum Zeit, aber wie eine sehr gute
Freundin hat
sie auch das ertragen… Ein etwas älterer, sehr angetrunkener Mann
–
der mir zu diesem Zeitpunkt bekannt vor kam, ich wusste nur nicht woher
– macht
mich an und ließ nicht locker. Tobi setzte sich ein
– er kannte ihn – und
beschützte mich, was so schön war. Der Abend verging
wie im Flug, Tobi war auch
als wir gehen wollten noch da und kam mit nach draußen. Heidi
und die anderen
standen auch da. Er nahm mich zur Verabschiedung in den Arm und Heidi
rief: „
Jetzt tauscht halt die Handynummern aus“ – man, das
war mir peinlich – dachte,
dass er am anderen Morgen eh nichts mehr davon wüsste, er war
ja auch sehr
angetrunken. Klar, haben wir sie dann getauscht und er meinte, dass er
sich am
nächsten Tag um 14.00 Uhr bei mir meldet. Ich
belächelte das ganze nur –
glaubte nicht wirklich dran… Der nächste Tag… Die darauffolgende Woche schrieben wir
täglich,
das ging ganz schön ins Geld, musste so oft mein Handy
aufladen, aber ich hatte
das Gefühl das es sich lohnte. Von Tag zu Tag bekam ich mehr
Schmetterlinge im
Bauch. Am Samstag saß ich wieder einmal im Ambiente, meinen
Lieblings Cocktail
“ Sunshine ohne Annanas“ vor mir und Caro neben
mir. Tobi schrieb, dass er sich
mit mir treffen wollte und ob wir nicht spazieren gehen
könnten und quatschen,
Ich freute mich so, trank aus, zahlte und fuhr nach Aldingen, da sollte
ich ihn
an der Bushaltestelle abholen…Wir fuhren nach
Schömberg an den Stausee – nachts
spazieren gehen, ich wusste gar nicht, wie schön das sein
kann. Wir quatschten
über alles, einfach alles. Und wie er war, Gentleman like,
immer auf
“Sicherheitsabstand“. Als ich ihn nach Hause
gebracht hatte und auf dem Heimweg
war, verspürte ich das Gefühl, ihm zu schreiben und
so fragte ich ihn, warum er
mich nicht in den Arm genommen hat, als wir am See standen –
er meinte, dass er
nicht wusste ob ich das überhaupt wolle. Ich erwiderte, dass
ich das schon gern
gehabt hätte. Wir trafen uns dann täglich, die Zeit
zwischendrin, konnte ich es
kaum abwarten – ich glaube ich hatte mich bereits zu diesem
Zeitpunkt verliebt…
Wir wurden zärtlich, redeten viel – eigentlich
über alles – und so blieb ich
während meines Urlaubs nachts oft bei ihm. Die Zeit verging und der Herbst stand vor der
Tür. Tobi wurde nachdenklicher und redete nicht viel,
zumindest nicht mit mir.
Lars, sein Halbbruder erzählte mir, als ich ihn eines Tages
heimfuhr ohne die
anderen, dass Tobi ja seinen Job beim Rewe verloren hat, stress mit
seiner
Mutter hat, kein Arbeitslosengeld bekommt und die Miete nicht mehr
zahlen kann,
so dass er aus seiner Wohnung raus müsste. Ich war
erleichtert, dass es nicht
an mir lag und dann wusste ich nicht, was ich tun sollte, ich durfte
ihm ja
nicht sagen, dass ich es weiß. Ich suchte nach
Lösungen… Ich provozierte einen
Streit, damit er endlich mit der Sprache rausrückte
und er erzählte –
endlich. Wir fingen an gemeinsam nach Lösungen zu suchen und
wir konnten es
schaffen, die Kündigung erst einmal aufzuschieben. Im Dezember
war`s dann
soweit, wir kamen in Tobis Wohnung – kein Strom –
sie hatten ihm den Strom
abgestellt. Ich bekam um diese Zeit mein Weihnachtsgeld –
auch dieses Problem
war gelöst – wir verbrachten eine Woche bei mir in
der Wohnung, bis seine
wieder warm war. Die Zeit verging, Weihnachten verbrachten wir
erst getrennt bei unseren Eltern und dann zusammen. Ja an Weihnachten
schrieb
ich ihm zum ersten Mal, dass ich ihn Liebe und er erwiderte es. Ich war
glücklich, schwebte auf Wolke sieben und wollte einfach nur,
dass alles so
bleibt… Die Fasnet stand vor der Tür und auch
Tobis
Auszug – die Vermieter hatten ihm
gekündigt… Er zog erstmal zu mir. Dach veränderte er sich – er
redete nicht
viel, machte viel mit sich selbst aus. Ich merkte, dass er nicht damit
umgehen
konnte, dass ich nun für unseren Lebensunterhalt komplett
aufkomme. Ich
versuchte ihm Mut zu machen, schrieb Bewerbungen, unterstützte
ihn, wo ich nur
konnte, bei seinem Vorhaben, sich Selbstständig zu machen. Ich
unterstütze ihn
wo ich nur konnte. Das wenige Geld, dass er bei Werner –
seinem Onkel – dazu
verdiente sollte er für Anschaffungen benutzen um so nach und
nach alles
langsam aufzubauen. Es wurde Mai – der erste richtige Schock
– Patricks
Schwester Nicole wollte mit Tobi Eisessen gehen – das
wäre nicht weiter
schlimm, nein, aber ich sollte nichts davon erfahren und dann erfahr
ich es von
einer Person, die Nicole sehr vertraut ist. Tobi hatte mir auch nichts
erzählt…
Ich stellte ihn zur Rede, wollte wissen was das sollte und er meinte,
ich könne
ihm vertrauen, er wäre nicht mit ihr gegangen –
wegen mir. Es war die Hölle,
ein Streit mit ihm, es tat weh, ich war verletzt. Jetzt ist der 16.09.2009, seit gestern erlebe
ich die Hölle auf Erden, einer der schlimmsten
Albträume. Ich bekam gestern Abend einen Anruf, die
Nummer kannte ich nicht – es war Jürgen, der jetzige
Ex von Nicole. Jürgen
fragte mich, ob ich wüsste, dass Tobi und Nicole seit einer
Woche zusammen
sind. Leere, Stille, ein Abgrund – in mir – es war
die Hölle. Ich fiel
innerlich in ein Loch, so weit, so tief, ich konnte mich nicht halten,
fand
keinen Boden, keinen Halm, kein Ende. Ich sah rot, Tobi lag auf dem
Sofa, ich
boxte auf ihn ein – wollte den Tisch eigentlich
abräumen, aber das ging nicht,
Rocky lief frei rum und ihn wollte ich nicht verletzen, er konnte
nichts dafür.
Tobi wollte weglaufen und lief runter ans Auto, kam aber durch mein
bitten
wieder mit nach oben. Er leugnete das ganze, er meinte, er
hätte Nicoles Nummer
nicht mal, gab mir sein Handy um dies zu beweisen – und die
Nummer? - sie
war gespeichert unter Nicky. Allen hatte er Vor- und Nachnamen gegeben
nur ihr
nicht. Ich war entsetzt. Ich wollte das ganze klären,
darüber reden, die
Antworten auf meine Fragen haben. Ich wollte verstehen können
was da passierte,
nur verstehen und begreifen, aber das ging nicht – alles
leer, einfach weg. Ich
wusste nur, dass ich ihn nicht verlieren will, dass ich ihm, wenn er
sich für
mich entscheiden würde auch verzeihen könnte. Alles
war leer, dunkel. Er redete
nicht mit mir, ging ins Schlafzimmer und wollte dann fünf
Minuten seine Ruhe.
Die ließ ich ihm dann auch. Ich fragte immer wieder WARUM????
WARUM nur? Meine
Welt brach und brach und ich konnte sie nicht aufhalten. Dann ging ich
ins
Wohnzimmer, gab ~URL~ ein und
änderte sein Passwort um die
Antworten auf meine Fragen zu finden – ich war verzweifelt,
einfach nur
verzweifelt. Ich fand zwei e-Mail von Nicole, in der einen stand: „
so habe
vertig gelessen das mit der wohnung will ich aber erst wen ich auch
arbeite
weil ich net will das du das aleine zahlen must mus ja ein heises tehma
gewesen
sein von mir nein das wäre net so gut wen du sie hie
schlägst aber auch da
werde ich zu dir halten ich habe doch Er blieb, legte sich neben mich ins Bett,
aber er schlief nicht, er war wach, wie ich auch – wir
redeten nichts
miteinander. Ich durfte nicht mehr alleine ins Bad, er kam immer mit
– ich habe
ihm Angst gemach, aber das wollte ich nicht, ich wollte nur den Schmerz
sehen,
den er mir zugefügt hat. Ich wollte spüren, sehen,
dass ich wirklich lebendig
in dieser Hölle, diesem verdammten Albtraum bin… Heute Morgen rief ich Anne an und sagte ihr
das ich krank bin, dass ich die ganze Nacht nicht geschlafen hab wegen
den
Bauchkrämpfen – was ja auch stimmte, nur waren diese
nicht krankheitshalber
sondern nervlich bedingt. Ich richtete mich – Tobi stand
mittlerweile auch auf
und zog sich fertig an. Ich bat ihn, gleichzeitig mit mir zu gehen.
Draußen
redeten wir, er meinte; „ Überleg dir gut, was du
heute machst!“ Ich fragte ihn
ob er mich in den Arm nimmt und er tat es – WARUM? Ich bat
ihn, nicht zu Nicole
zu gehen und vertraue ihm dabei, obwohl ich mir nicht sicher bin. Ich fuhr zu Dr. S., meinem Hausarzt und war
froh, mit jemandem unparteiischen reden zu können. Er schrieb
mich für den Rest
der Woche krank, meinte, ich solle mich nicht kaputt machen und das er
Angst
hätte, weil er ja wüsste, dass ich diesen Drang
– die Sucht – mich zu ritzen
schon einmal hatte und dass das wieder kommen würde in
Situationen mit denen
ich nicht klarkomme. Er verschrieb mir ein pflanzliches
Beruhigungsmittel, gab
mir eine Spritze und bat mich nur eine täglich zu nehmen
– ich versprach es
ihm… Danach fuhr ich erst zur Apotheke, dann holte ich
Zigaretten und Red Bull
und dann ging es heim. Ich rief im Geschäft an und sagte es
Herrn Hendricks –
das ich krank bin und Magenkrämpfe habe und deswegen die ganze
Nacht nicht
schlafen konnte – er meinte es sei in Ordnung, ich solle mir
keine Sorgen machen
und mich schonen. Ramona merkte sofort was los war – ihr habe
ich es im
Vertrauen erzählt und ich vertraue ihr. Den ganzen Tag diese Leere in meinem Inneren,
dieses Loch, die Ungewissheit, wie er sich entscheidet. Die Angst ihn
zu
verlieren - alles was wir zusammen durchgestanden haben, die
Tiefen, die
sich so lange zogen – jetzt, wo es langsam Bergauf geht,
jetzt soll alles wofür
wir gekämpft haben vorbei sein. Ich stand immer ihm, war
für ihn da, sorgte
mich um ihn, litt und kämpfte, liebe und vertraute, achtete
und begehrte…wollte
die Sorgen gemeinsam mit ihm tragen und ihm helfen, obwohl ich auch
Sorgen habe
– die ich aber immer zurückstellte. Ich liebe ihn,
das weiß ich, ich weiß auch,
dass wir es schaffen könnten – wenn er uns nur eine
Chance gibt, das wir auch
diese Tiefe bewältigen könnten – wenn er
uns eine Chance gibt. Wir würden es
schaffen – wenn wir uns eine Chance geben und offen reden und
uns nicht
verschließen, wenn wir füreinander da sind und
unterstützen, achten und
schätzen – vor allem lieben. Die Liebe ist etwas
Wertvolles sagte einst meine
Oma, man liebt nicht mehrmals, man liebt und wenn man liebt ist dass
das
wertvollste Geschenk was man einem Menschen machen kann. Ich Liebe ihn,
er
wurde zum wichtigsten Menschen in meinem Leben, ein Teil von mir, ein
Teil
meines Herzens und was bin ich für ihn? Liebt er mich
wirklich? – oder sagte er
es nur damit ich es glaube? Gibt er unserer Liebe eine Chance?
– oder lässt er
mich in diesem Albtraum alleine? Ist er ein Mensch mit Charakter? Oder
war ich
blind? Achtet er mich? – oder Missachtet er mich? Wie wird er sich nur entscheiden? Was denkt
er? Haben wir die Kraft auch das zu überstehen???????????
Könnten wir es
schaffen wenn wir uns am Riemen reißen und zusammenhalten????? WARUM???? Ich weiß nur eins, ich Liebe ihn, ich
will ihn nicht verlieren, er ist
für mich der wichtigste Mensch geworden, er ist mein ein und
alles - ich
habe Angst, Angst einen Fehler zu machen und ihn von mir zu
stoßen, Angst ihn
zu verlieren, Angst ihm nicht genug gezeigt zu haben, dass ich ihn
liebe.
…einfach nur Angst… ...4 Tage
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