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Meine dunkle Seite

confuesed, 20 w
 

Ich habe vor ungefähr einem Jahr mit dem Ritzen angefangen. Warum genau war mir damals nicht wirklich bewusst...es kam einfach so viel zusammen und in mir staute sich immer mehr Druck auf. Ich war zu dem Zeitpunkt unbeschreiblich in meine allerbeste Freundin verliebt. Doch an ihrem 20. Geburtstag, den ich für sie organisiert hatte und der über 3 Tage ging, kam sie mit ihrer jetztigen Freundin zusammen und für mich ging eine Welt unter...meine Traumwelt, in der ich mir einredete eines Tages wird sie bemerken, dass sie doch Gefühle für mich hat und wir werden ein glückliches Paar. Doch aus der Traum vom Glück. Ich war zu dem Zeitpunkt mit meinem besten Kumpel in ihrer Wohnung während sie mit ihrer Freundin am Balkon saß. Er versuchte mich zu trösten, doch es war zwecklos. Als er sich dann verabschieden musste, weil er am nächsten Tag zur Arbeit musste und die beiden anderen dann auch noch nach drinnen kamen und sich weiterhin küssten, hielt ich es nicht mehr aus, packte mir den Wohnungsschlüssel meiner allerbesten Freundin und verließ mit den Worten "Ich gehe mal eben ein Feuerzeug aus dem Auto holen!" die Wohnung, schnappte mir auf dem Weg noch schnell meine Zigaretten und weg war ich. Draußen ließ ich meinen Tränen freien Lauf und lief barfuß, in Jogginghose und im T-Shirt ziellos durch die Nacht, rauchte eine nach der anderen und dachte mir, wenn ich nur weit genug laufe und genug geraucht habe, geht es mir besser. Doch Fehlanzeige: ich fühlte mich von meiner Trauer völlig erdrückt und nachdem ich schon einige Zeit gelaufen war, brach ich erschöpft auf einer Wiese zusammen. Ich wollte, dass dieser psychische Schmerz aufhörte, der mir die Luft zum Atmen nahm. Die Kälte um mich rum spürte ich gar nicht mehr. Da sah ich einige Steine nur wenige Zentimeter von mir entfernt im Gras liegen. Ich nahm sie alle in die Hand und betrachtete sie, suchte mir den spitzesten aus, setzte an und zog ihn schnell über meinen Arm. Immer und immer wieder bis ich mehrere rote Striemen hatte. Ich spürte den Schmerz, doch es war ein anderer als der, den ich davor spürte. Ich fühlte mich befreiter und fand wieder Kraft aufzustehen und den Heimweg anzutreten. Ich konnte ja nicht die ganze Nacht draußen verbringen. Doch kaum an der Wohnung meiner besten Freundin angekommen, kamen mir wieder die Tränen. So konnte ich unmöglich meiner Freundin unter die Augen treten. Da klingelte mein Handy...auf dem Display sah ich, dass SIE anrief, doch ich wollte nicht mit ihr reden. Auf einmal war die Enttäuschung verflogen und ich war einfach nur noch sauer auf meine Freundin...wie konnte sie mir nur so etwas antun wo ich doch immer für sie da war, bei all ihren Problemen. Ich blieb noch eine Weile draußen sitzen bis meine Tränen versiegt waren, atmete dann noch einmal tief durch und ging, den Wohnungsschlüssel in der Hand, auf die Wohnung meiner Freundin zu. Als ich die Tür öffnete, wurde ich mit den Worten " Wo warst du solange? Wir haben uns schon Sorgen gemacht, noch eine Sekunde länger und ich hätte die SMS abgeschickt!" begrüßt. Ich spürte wie mir wieder die Tränen in die Augen traten, doch die wollte ich den beiden bestimmt nicht zeigen, also wiegelte ich die Frage mit den Worten "Ist doch egal!" ab, drängte mich an den beiden vorbei und verzog mich auf den Balkon. Dort begann ich wieder an meinem Arm herumzukratzen, bis der ganz rot war. Doch ich sollte nicht lange allein gelassen werden. Meine Freundin kam hinterher und stellte mich zur Rede. Da war es um meine Selbstbeherrschung geschehen und die Tränen liefen wieder. Wieder hatte ich das Gefühl die Trauer würde mich ersticken und ich brachte kein Wort heraus. Meine Freundin versuchte mich zu trösten, doch das gelang ihr nicht so ganz. Irgendwann kamen keine Tränen mehr und für meine Freundin war damit die Sache geklärt und wir gingen schlafen. In den nächsten Tagen kratze ich immer wieder an meinem Arm herum und biss mir die Haut im Mund kaputt, doch ich sagte kein Wort mehr über meinen Schmerz. Als ich dann wieder daheim war, was ich mit gemischten Gefühlen sah, kam es sofort zu einem heftigen Streit mit meinem Vater. Doch da meine Cousinen zu Besuch waren, hatte ich keine Möglichkeit mich zurückzuziehen um mich selbst zu verletzen um mich von diesem psychischen Schmerz zu befreien, also schluckte ich ihn runter so gut es ging.
Nach einer Woche war ich zumindest soweit drüber hinweg, dass ich mir nicht immer wieder selbst Schmerzen zufügen wollte und nach weiteren 3 Monaten, hatte ich es geschafft über meine allerbeste Freundin hinwegzukommen, was insgesamt, die Zeit vor dem Beginn meiner Selbstverletzung mit eingerechnet, über 1 Jahr dauerte. Der Grund dafür war eine neue umwerfende Frau in meinem Leben. Ich verliebte mich in sie, doch nach 3 Wochen bangen Wartens auf meine Frage, ob sie mich denn auch liebte, wurde mein Traum wieder zerstört. Ich nahm es hin, doch als sie dann mit meinem besten Kumpel zusammenkam, brach alles wieder hervor und ich begann wieder mich selbst zu verletzen. Diesmal schlimmer als zuvor. Ich griff zur Schere und als das nicht die gewünschte Erleichterung brachte, schlich ich in die Küche um mir unser schärfstes Messer zu nehmen und mir ein großes "WHY" auf den linken Unterarm zu ritzen. Danach fühlte ich mich besser. Doch schon am nächsten Tag wurde ich mit dem was ich getan hatte konfrontiert. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt zusammen mit meiner allerbesten Freundin. Doch da durften wir nur T-Shirts tragen und ich hatte nicht daran gedacht mein "Werk" unter einem Pflaster zu verstecken. Ich versprach es würde nie wieder vorkommen, aber schon bald brach ich dieses Versprechen wieder. Es wurde immer schlimmer und schlimmer bis mich meine Freunde zu einem Psychologen schickten. Dort war ich zweimal...nur dadurch wurde es noch schlimmer und ich hatte riesen Panik davor weiter dorthin zu gehen. Schon allein bei dem Gedanken an die nächste Sitzung bekam ich Panik und griff zur Klinge. Also beschloss ich das ganze wieder abzubrechen. Allerdings ohne meinen Freunden etwas davon zu sagen. Es hörte dann nach und nach zusammen mit der Unterstützung meiner Freunde auch wieder auf. Ich war sehr stolz auf mich, dass ich es geschafft hatte und meinte die Selbstverletzung als ein sehr trauriges Kapitel in meinem Leben abhaken zu können.
Aber nach 2 Monaten wurde ich rückfällig. Ich konnte mir nicht einmal genau erklären warum. Am Anfang waren es nur kleine Schnitte, doch dann wurde es schnell wieder schlimmer und erreichte Ausmaße wie noch nie zuvor. Meine Freunde bemerkten lange nichts...erst als es zu spät war und ich wieder abhängig von dieser Klinge war. Sie wollten mich wieder zum Psychologen schicken, doch ich weigerte mich. Die Erinnerung an die Panikattacken war noch zu real. Ich war bis heute noch nicht beim Psychologen. Ich schaffe das auch alleine!! Ich habe es schon einmal geschafft...auch wenn ich tief in mir drinnen weiß, dass ich früher oder später professionelle Hilfe brauchen werde. Doch noch bin ich nicht bereit dazu...

09.05.2009
 

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