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Der schmale Pfad

Judith, 32 w

 

Dies ist meine Geschichte mit SVV: Anfing alles ganz unbewusst, ich wusste nicht, was ich tat und erlebte nur das befreiende Gefühl und die Schmerzlosigkeit. Das war mit 17. Erst später, nach 3 Jahren, wurde das Ganze zur Sucht, die alle üblichen Funktionen umschließt: sich selbst bestrafen, sich selbst befreien, den "Kick" suchen, danach die Beruhigung, dann das schlechte Gewissen, die Scham, um letztlich wieder von vorne anzufangen.
Irgendwann trat es in den Hintergrund. Es gab sogar eine lange Pause von 2 Jahren, in der ich glaubte, es sei überwunden. Dann griff ich jedoch wieder zu und so begleitete es mich bis ich feststellte, es bedarf mehr als der Hoffnung, dass es irgendwann vorbei sein wird. Es hieß, die Sucht überwinden und das endgültig. Die Bewusstwerdung über das warum, wieso, weshalb brauchte ich nicht mehr. All das kannte ich. Es ging nur mehr um die Entscheidung, loszulassen. Das aber gerade ist nicht leicht, denn die Erfahrung ist schön, sie hat viel Kraft, ist mit das intensivste Gefühl meines ichbezogenen Lebens.
Wenn man damit angefangen hat, scheint die Wirkung durch nichts ersetzbar zu sein. Am Ende erfüllt einen der Schnitt mit Stolz, wenigstens DAS geschafft zu haben, sich darin einzigartig zu fühlen, als etwas Besonderes. Aber es ist ambivalent, denn die Sichtbarkeit diskreditiert einen und macht unfrei. Mir wurde bewusst, dass es wahr ist: ich halte mir die Hintertür offen. Ich wollte so gerne sagen: okay, ich mache es nicht mehr, aber wenn doch, dann kann ich nichts dafür, dann überkommt es mich, ich bin machtlos, dem ausgesetzt. Jetzt musste ich das loslassen. Und es fiel mir sehr schwer. Mein Inneres zog sich zusammen in Trauer und Angst vor dem Verlust. Musste es loslassen wie einen guten Freund, der mich so lange begleitet und getröstet hatte. Aber es gab keine Alternative, da ich nicht alleine hier bin. Ich musste die Verantwortung übernehmen und schämte mich, dass ich es nicht längst getan hatte. Ich sagte mir also selbst den Kampf an - in der Angst vor mir selbst, dass ich es nicht schaffe, die Schwachheit siegt. Es war der schmale Pfad, der vor mir lag.
 
Ich kämpfe noch immer, aber der Kampf macht mich stark. Es ist meine Übung Tag für Tag, den Stolz auf den Schnitt mit dem Stolz des Überwindens (ohne bitteren Nachgeschmack!) zu ersetzen.
 
17.06.2007

 

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