Kontakt- und Informationsforum für SVV-Angehörige

Forum         Chat         Kontakt         SVV-Seiten         Neues

 
*    Startseite
 
über SVV
*    Informationen
*    Interview
*    Fragen zu SVV
 
professionelle
Hilfe
*    Wege zur Thera
*    Adressen
*    Therapieformen
*    online-Hilfe
 
praktische
Selbsthilfe
*    Ratschläge für
     Angehörige

*    Alternativen zu SVV
*    Tipps
*    Selbsthilfe
 
Austausch über
*    Forum
*    Chat
*    Gästebuch
*    e-Mail
*    andere Foren
 
Erfahrungs-
berichte
*    Betroffene
*    Angehörige
*    kreative Beiträge
 
Literatur
und Medien
*    Bücher
*    Medienberichte
*    Internet
*    SVV-Websites
*    private Homepages
 
weitere
Aspekte
*    Gedanken
*    über diese HP
*    SVV-Projekte
*    Prominente
 
Organisatorisches
*    Downloads
*    Technisches
*    Chronologisches
*    Aktualisierung
*    Danke

Die Geschichte, die mich zu der machte die ich jetzt bin

Fallenangel, 18 w

 

Alles begann damit als ich merkte, dass es eigentlich nicht normal ist, nur mit der Mutter aufzuwachsen. Ich frage mich dauernd wie es nur möglich ist ein Kind zu machen und dann Frau und Kind stehen zu lassen. Mein Vater besucht mich zwar jeden Samstag aber ich rede kaum mit ihm und schliesse mich in meinem Zimmer ein. Irgendwie hasse ich meinen Vater und irgendwie ist er trotz allem eben "mein Vater".
 
Als ich 13 Jahre alt war, hatte ich einen Freund. Dieser hatte mich sexuell belästigt (in der Öffentlichkeit). Dieses Delikt habe ich nicht angezeigt und praktisch mit niemandem darüber gesprochen. Es war für mich sehr hart. Weil ich mir "beschmutzt" vorkam. Ich wollte meinem Leben ein Ende setzten. Habe es aber nicht getan. Zwei Monate später wurde mein Onkel umgebracht und ich kam mir nun total verlassen vor. Warum müssen mich nur alle verlassen, die ich liebe? Das habe ich mich immer wieder gefragt. Warum ertrage ich keine Verluste? Es ist doch normal, dass man verlassen wird oder jemand stirbt usw. es ist doch eben nur das Leben. Tja, von diesem Moment an war mir mein Leben wirklich egal! Als ich an einem Donnerstag Sport hatte, rannte ich aus der Turnhalle raus und ging die Treppen rauf, die zu den Umkleidekabinen führten. Doch statt in die Kabine zu gehen, ging ich noch weitere Treppen auf. Da stand ich nun, ganz allein bei einem Gelender. Meine Mitschüler rannten mir natürlich nach und sahen mich dort, begannen zu weinen. Und ich konnte nicht springen. Diese Tränen, die meine Mitschüler vergossen haben, hatten mir kraft gegeben und mich gestützt.
 
Bis... ich 14 Jahre alt war. Paar Wochen nach meinem Geburtstag wurde ich vom Mann meiner Tante belästigt. Er fasste mich überall an und das Ganze ging wieder von Vorne los. Er belästigte mich immer wieder. Hätte ich Heute noch Kontakt mit meiner Familie, würde es immer noch so weiter gehen. Irgendwie hatte ich plötzlich die Schnauze voll von Männern. Warum sollte ich auch ein Objekt sein für die? Was können Männer mir bieten, was mir eine Frau nicht bieten könnte? Nichts!! Mit 15 Jahren habe ich mich bei mir selber und bei meinen Freunden als Lesbe geoutet. Nicht alle waren "glücklich" , einige ekelten sich dann vor mir. Aber warum? Ich tu niemandem etwas. Eine Frau belästigt ja keine Frauen. Ich bin doch die gleiche, egal ob ich jetzt Hetero oder eine Lesbische Frau bin. Trotzdem haben es meine wichtigen Freunde total akzeptiert. Ich hatte zwar einige Beziehungen mit Frauen aber ich habe diese Frauen nicht wirklich geliebt. Bis ich eines Tagen eine wundervolle, unbeschreibliche Frau kennen gelernt habe. Ich habe mich sofort in sie verliebt. Sie ist einfach ein Engel! Nun kenne ich sie seit 3 Jahren schon. Wir sind so zusagen Seelenverwandt. Einfach nicht mit Worten zu erklären. Als ich ihr gestanden habe, dass ich sie liebe, konnte sie meine Gefühle nicht erwidern. Und für mich war das sehr schmerzhaft! Sie hatte eine Freundin und wollte sich nicht von ihr trennen. Es war für mich so schmerzhaft, dass ich kaum atmen konnte. Ich hatte mich zwar das erste Mal mit 13 geritzt aber nur ganz wenig. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, gegenüber meiner Mutter und meinem Vater. Doch als ich den Schmerz gar nicht mehr ertragen konnte, musste ich mich ritzen und es wurde immer schlimmer. Ich konnte es einfach nicht ertragen... Ich konnte nicht fassen, dass diese Person, diese Frau, die ich über alles liebte mich nicht haben wollte! Stattdesen, wollte sie viel lieber mit mir eine gute Freundschaft. Diese Frau ist der grösste Verlust in meinem Leben, den ich bis jetzt je erlebt habe. Dieser Mensch, der mir gut tut. Dieser Mensch der alles wieder zurecht machen könnte was in meinem Leben schief gelaufen ist, dieser Engel will mich nicht! Ich ritzte mich nur noch und begann zu trinken und zu kiffen. Und ich kenne diese wundervolle Frau jetzt schon seit 3 Jahren. Und ... ich liebe sie immer noch! Aber ich will "gesund" werden und mich nicht ritzen. Will Fortschritte in meinem Leben. Mein Engel denkt zwar, dass ich sie nicht mehr liebe, aber ich liebe sie immer noch und das wird sich niemals ändern! Denn ganz tief in meinem Herzen, weiss ich, dass SIE mein Leben ist. Ich besuche jetzt eine Psychotherapie und hoffe und wünsch es mir, mit mir im Reinen zu stehen...  
Fallenangel
 
29.03.2007

 

weiter blättern  >>>
 
Übersicht Erfahrungsberichte 101 - 200
Übersicht Erfahrungsberichte     1 - 100
 
© Rote Linien
Impressum     Nutzungsbedingungen      Disclaimer