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Hilflosigkeit und Verzweiflung

Markus, Lebenspartner

Seit 12 Jahren bin ich mit meiner Freundin zusammen. Mindestens genauso lange leidet sie auch schon an SVV.

Das erste Mal ist es mir und der Familie aufgefallen vor circa 11 Jahren. Damals hatte ich einen schweren Verkehrsunfall, den ich fast nicht überlebt hätte.
In dieser Zeit hat sich meine Freundin ihre Hände zerkratzt. Sie war ständig damit beschäftigt die Grinde der Wunden wieder abzukratzen. So wurden aus vielen Wunden Narben.

Ich fand das zwar schlimm, habe dem Ganzen aber nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Erstens war ich durch den Unfall ziemlich mit mir beschäftigt und zweitens hab ich das auch auf die extreme Situation damals geschoben.

In den nächsten Jahren nach dem Unfall entwickelte ich starke Depressionen, die später stationär behandelt wurden.
Ab da ging es mir stetig besser. Meine Freundin hatte auch aufgehört sich die Hände zu zerkratzen aber stattdessen zerkratzte sie sich nun das Gesicht.

Sie hat eine gesunde, reine Haut. Und trotzdem stand sie stundenlang im Bad und drückte und kratzte solange in ihrem Gesicht herum bis es überall blutete. Danach war sie dann damit beschäftigt diese Wunden wieder mit Schminke abzudecken.

Hat man sie darauf angesprochen, hörte man irgendwelche Ausreden oder wurde unfreundlich darauf hingewiesen, dass das niemanden etwas angeht.

Es ist bis heute so, dass sie sich das Gesicht zerkratzt.

Die letzten 6 Jahre kann man schon von einer Art Muster sprechen. Herbst, Winter und Frühling hat sie sich immer bemüht das in den Griff zu bekommen. Man konnte auch mir ihr darüber reden. Allgemein war sie zugänglicher.
Aber immer im Sommer (Juni - August) gab und gibt es die schlimmsten Phasen.
In dieser Zeit zieht sie sich völlig in sich zurück. Keiner kommt zu ihr durch. Auch das zerkratzen nimmt dann drastisch zu.

In den letzten 2 Jahren hat sie damit begonnen sich zusätzlich die Brust zu zerkratzen und sogar bis in den Intimbereich geht es.
Wenn ich die frischen Wunden sehe, bin ich immer wieder geschockt. Doch ich weiß, wenn ich sie darauf anspreche, komme ich nicht weiter. Dann zieht sie sich völlig zurück.

Diesen Sommer ist es so schlimm wie noch nie.
Ich musste für 14 Tagen ins Krankenhaus zu einer OP. Die Wochen davor haben wir viel diskutiert. Wie es weitergeht. Was wir tun wegen dem SVV.
Das positive daran, sie hat dieses Jahr das erste Mal gesagt, dass sie weiß, dass sie ein Problem hat. Sie möchte auch etwas dagegen tun. Hat sich um eine Therapeutin gekümmert.

Zu mir hat sie, während ich im Krankenhaus war, den Kontakt abgebrochen. Ich konnte auch nicht nach Hause. Das will sie nicht.
Sie hat immer davon gesprochen, dass sie viel Zeit für sich braucht. Die bin ich auch bereit Ihr  zu geben.

Trotzdem ist die Situation für mich unerträglich. So in der Luft zu hängen, keinen Kontakt zu ihr zu haben.
Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Weiß nicht ob und wie ich ihr noch helfen kann.

Ich glaube, ich habe die ganze Sache etwas unterschätzt. Soviel ich weiß hat sie wohl jetzt eine Therapeutin. Ob sie schon da war weiß ich nicht.
Vielleicht kann sie ihr helfen. Vielleicht meldet sie sich dann irgendwann wieder bei mir.

Ich wünsche es mir sehr!
 
03.08.2011
 
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